Der ganz normale (Nah-)Verkehrs-(Wahn-)Sinn?

Bei meiner Heimfahrt heute (S-Bahn S3 1:04 Uhr ab Universität Vaihingen, S-Bahn S6 1:10 Uhr ab Schwabstraße 1:27 Uhr an Zuffenhausen Bahnhof) war ich leicht verwirrt, als der Nachtbus N4 (Schlossplatz ab 1:11 Uhr) bereits um 1:34 Uhr an der Zahn-Nopper-Straße ankam (damit 17 Minuten vor seiner eigentlichen Ankunft und 8 Minuten vor Ankunft der nächsten Bahn).

Nach einem (leider) kurzem Gespräch mit dem Fahrer des Busses stellte sich heraus, dass er, mich eingeschlossen, bei dieser Fahrt exakt 4 Fahrgäste hatte.
Wundert mich wenig – allein weil die letzte Straßenbahn in meine Richtung später als der Nachtbus am Schlossplatz abfährt. Aber! Unter der Woche sind die Nachtbusse (auch später!) keineswegs mehr ausgelastet, wie ich mir habe sagen lassen müssen.

Meiner Meinung nach ist das ein klarer Fall von totalem Schwachsinn. Klar haben wir es alle gerne, wenn wir – egal wann und egal wie – noch nach Hause kommen. Aber welcher Sinn steckt dahinter, sämtliche Linien im Nahverkehrsnetz 1,5 Stunden länger fahren zu lassen und zusätzlich noch Sonderlinien in Form von Nachtbussen einzusetzen, die logischerweise sowieso kaum jemand nutzen wird?
Des Weiteren, rein aus subjektiver Beobachtung heraus, sind die länger eingesetzten Bahnen ebenfalls Unfug, wenn nicht gerade Deutschland spielt. Und selbst wenn dieser Fall eintritt, sind die späten Züge maximal zu 40-50% ausgelastet. Und das auch nur, wenn das entsprechende Spiel um 23:00 Uhr endet.

Alles in Allem sind die zusätzlichen Züge für alle einheimischen zwar durchaus angenehm, aber wirtschaftlich gesehen eine reine Belastung für die Verkehrsunternehmen. Fehlplanung? Meiner Meinung nach nicht. Wohl eher sinnloseForderungen von Seiten eines weltweiten Fussballverbandes, der von öffentlichem Nahverkehr so viel Ahnung hat, wie eine Kuh vom Seilhüpfen.

Bemitleidenswert sind in diesem Falle die Fahrer, egal welches öffentlichen Vehrkehrsmittels, da diese für sinnlose Zwecke zusätzliche Stunden schieben müssen. Anders gesehen allerdings, so mein Informationsstand von heute, könnte man das Ganze auch positiv sehen, da die Fahrer sich haben freiwillig melden können, wie mir erzählt wurde.
Trotzdem handelt es sich hier um reine Verschwendung von finanziellen Mitteln, die letzten Endes der reguläre Fahrgast (also wir) bezahlt und nicht der WM-Gast oder die FIFA, welche einen vergleichsweise lächerlichen Zuschuss an die lokalen Verkehrsbetriebe zahlt, wenn man die Kosten für neue Linienpläne, Fahrgastinformation und Automaten-Erweiterung hinzurechnet.

Mein Fazit:
Eine weitere Lächerlichkeit während dieser Weltmeisterschaft im angeblichen Heimatland des Fussballs und meiner Meinung nach eine ziemliche Frechheit…

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